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Wehleidige Männer - Schmerz lass nach!

“Mh ist das ekelig! Ich kann nicht richtig schlucken!“ waren die ersten Worte, die ich eines morgens hörte, als ich frisch geduscht am Frühstückstisch saß und den Mann mir gegenüber mit einem Schluck Wasser hätte vergleichen können. Wehleidige Männer! Wenn diese eigentlich sonst als Rasiermesserschmuggler, ultracoolen Sonnenbrillenträger oder eiskalten Geschäftsmänner auftretenden Gestalten krank werden, ist es entweder traurig für uns als Frauen oder so dermaßen lustig, dass man (äh natürlich Frau) früh fast den Kaffee verschüttet vor lachen. Eine Freundin von mir fasste letztens das ganze Dilemma mal in Worte: „Wenn Männer Kinder auf die Welt bringen müssten, wären wir wahrscheinlich innerhalb kürzester Zeit ausgestorben.“ Wie recht sie hat! Seufz!

Da wird schon mal Uromas Rezept (warne Milch mit Honig) mit einem leichten krächzen ausgeschlagen. „Ich Milch, warme Milch? Iiih mit Honig, äh mag ich nicht trinken! Ich gehe lieber zu Frau Dr. ...und lasse mich krank schreiben.“ Aha daher weht der Wind (Simulant elendiger)! Faulheit sei Dank! Nörgelnder Weise, stellt man also fest, dass das Kind im Manne mal wieder auf dem besten Wege aus ihm herausgefunden hat. Wie zu Kleinkindzeiten wird da rumgemäkelt und rumgezaudert und ein „Heißes Bad" rigoros abgelehnt (Man könnte ja schwitzen oder müde werden!). Das ist aber auch noch nicht alles! Frau geht arbeiten und will sich sorgenvoll (Heuchel) verabschieden, als sie um die Ecke kommt und einen kleinen mit müden Augen ausgestatteten Kopf hinter der Decke hervor luken sieht und sich arg das Lachen verkneifen muss. Ein leises Ächzen dringt hervor. „Machs gut, Tee steht in der Küche und Zwieback du weißt schon, mh?“ „Kriege ich kein Kuss?“ Der ist wohl lebensmüde geworden? Spätestens jetzt muss ich mich schleunigst verdrücken um nicht prustend wieder ins Zimmer zu fallen und dabei in Tränen auszubrechen.

Es ist aber nicht so, dass man (Tschuldigung Frau) auf Arbeit vor den weinerlichen kleinen oder auch großen Jungens geschützt wäre. Falsch gedacht. Die meisten dieser süßen Riesenbabys berichten wenige Stunden später mitleidig von ihrem ach so anstrengendem Arztbesuch mit anschließender Krankschreibung für mindesten eine Woche. (Weil der Hals doch sooo rooot ist.) An der Stimme ist dann auch schon zu erkennen, dass es dem Mannsbild eigentlich besser geht. Im Hintergrund hört man dann meist das Gedudel vom Computer welcher mein Gefühl der raschen Genese bestätigt. Das Telefon ist somit minutenlang besetzt und die Chefin guckt schon mit leicht chinesisch aussehenden Augen immer wieder ins Büro, weil ihr Kaffee immer noch nicht dort steht wo er verlangt wird. Nämlich auf ihrem Schreibtisch. (Na super!) Egal! Stress ist vorprogrammiert und die Chefin läuft immer noch Achten, bis man erklärt, dass man zu Hause ein kleines Monster sitzen hat, welches in einer mittelschweren Krise steckt. Allerdings bringt das auch nicht viel, wen interessiert das schon.

Da kommt es schon mal vor, dass der sonst so sehnsüchtig erwartete Feierabend gar nicht mehr so ersehnt wird und diesmal kommt er schneller als man (Mist Frau) denkt. Denn schon jetzt ist mir bewusst, dass ich heute mal wieder dort lande wo ich am „liebsten“ bin, in der Küche (wie einige Chauvinisten zusagen pflegen: da wo sie hingehören). Aber da habt ihr euch geschnitten. Ich werde ihn Küssen und das solange bis er wieder gesund ist. Ha wir werden doch mal sehen, wer hier das stärkere Geschlecht ist. *Grins * Mein nachmittaglicher Spaziergang nach Hause nimmt ein jämmerliches Ende mit einem Abstecher in der Apotheke und einem mir scheinbar endloslangem Wanderweg durch die städtische Landschaft meiner Heimat. Vor der Tür stehend will der Wohnungsschlüssel nur wider willig in Schloss,  denn es ist soweit. Das Lachorchester bläst zum abwechslungsreichen Alltag in der Virenfalle.

Anibor

 

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